KI@BUW #13
29. Mai 2026
Willkommen!
In diesem KI-Newsletter erfährst du alles über spannende KI-Entwicklungen, praxisnahe Anwendungen und aktuelle Diskussionen – speziell aufbereitet für unsere Universität.
🔍 Rückblick & Ausblick
- KI-Lunch des Aktivitätsfelds Artificial Intelligence for Empowering the Future (AI4EF)
Beim zweiten „KI-Lunch“ tauschten sich rund 100 Mitarbeitende aus Forschung und Verwaltung über das Thema „KI in der Verwaltung“ aus. BUW-Kanzlerin Dr. Ursula Löffler betonte dabei die Nutzerorientierung, die bei solchen Digitalisierungsprojekten immer mitgedacht werden müsse. Vorgestellt wurden aktuelle Projekte von KI4BUW sowie die Communities of Practice, die initiiert wurden, um die verschiedenen Ideen zur KI-gestützten Digitalisierung in der Universitätsverwaltung voranzubringen. - Startschuss für KI@LAB: Gemeinsam konzipieren wir die digitale Lehrkräftebildung von morgen
Das interdisziplinäre Projekt KI@LAB konzipiert ein innovatives KI-Labor, um systematisch Kompetenzen von Master-Lehramtsstudierenden im Bereich KI aufzubauen. Gefördert durch die BUW-Initiative „Lehrimpulse“ fokussiert die fachübergreifende Lernumgebung die praxisnahe Nutzung, didaktische Auseinandersetzung und kritische Reflexion von KI-Tools, die im schulischen Kontext genutzt werden könnten. - Save the Date: KI-BBQ
Das Aktivitätsfeld „AI for Empowering the Future“ (AI4EF) lädt zum diesjährigen KI-BBQ am 29.09.2026 ein. Nach dem erfolgreichen Auftakt und zwei sehr gut besuchten KI-Lunches widmet sich das Event dem Thema „KI in der Lehre“. Anmeldungen sind ab sofort möglich!
📰 Die wichtigsten KI-News
- EU verschiebt und vereinfacht KI-Regeln und verbietet „Nudification“-Apps
Die europäische Gesetzgebung zu KI wird angepasst und der Start einiger Regeln teilweise verschoben. Missbräuchliche Apps werden verboten. Die EU-Kommission verschärft zeitgleich Regeln gegen Täuschungen. - Endlich einheitliche KI-Kennzeichnung? Gemeinsame Sache bei OpenAI und Google
Die Branchenriesen kooperieren, um künftig einen universellen, fälschungssicheren Wasserzeichenstandard für generierte Inhalte zu etablieren. - KI-Bilder im Urheberrecht: Wann Prompting schützt und warum Kopieren erlaubt ist
Ein neues Urteil vom Oberlandesgericht Düsseldorf schafft rechtliche Klarheit: Die Bildgenerierung ausschließlich mittels Textprompt führt grundsätzlich nicht zu schützenswerten Werken. Das Nachahmen von urhebergeschützten Bildern mittels KI-gestützter Generierung bleibt zudem oft legal. - Rechtsverkehr: Berliner Kammergericht rügt Anwälte wegen KI-Halluzinationen
Peinlicher Vorfall vor Gericht: Anwälte reichten ungeprüfte Schriftsätze ein, in denen die KI fiktive Präzedenzfälle erfunden hatte. - Commonwealth-Literaturpreis: Unsicherheit nach KI-Zweifeln bei Gewinnertext
Große Aufregung im Kulturbetrieb: Das Vergabegremium prüft ein Gewinnerwerk nachträglich, da Verdachtsmomente auf verdeckten KI-Einsatz vorliegen. Ironie der Geschichte: Der Text wurde mittels LLM auf ein Plagiat überprüft. - YouTube erkennt KI-Inhalte automatisch
Die Plattform rollt Schutzfunktionen breit aus, damit Creator manipulierte Kopien ihres Gesichts oder ihrer Stimme schneller aufspüren können. - Brüssel ordnet Algorithmen: EU-Kommission konkretisiert die Hochrisiko-KI
Die EU-Kommission hat einen Leitlinienentwurf zur Einstufung von KI-Hochrisiko-Systemen nach dem AI Act veröffentlicht. Die Richtlinien bieten Entwicklern und Behörden Rechtssicherheit, welche Anwendungen (z. B. Emotionserkennung in Smartwatches) strengen Grundrecht- und Sicherheitsauflagen unterliegen. Wegen verlängerter Fristen greifen die Pflichten erst ab Ende 2027 bzw. Mitte 2028. - FIFA und Lenovo präsentieren mit Blick auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ mehrere KI-gestützte Innovationen
Die FIFA und Lenovo präsentieren für die WM 2026 KI-gestützte Technologien, darunter „Football AI Pro“ für datengestützte Analysen bei allen 48 Teams, 3D-Spieleravatare zur präziseren Abseitserkennung und eine stabilisierte „Referee View“. Diese Innovationen sollen die Spielleitung verbessern, Analysen demokratisieren und das Fan-Erlebnis intensivieren.
- Wenn Gesichter lügen: Wie Ermittler gegen Deepfakes kämpfen
KI-basierte Erkennungssoftware hilft Ermittlern bei der Vorauswahl gefälschter Medien. Laut LKA ersetzen diese Assistenzsysteme jedoch keine klassische Spurensicherung: Ein rechtssicherer Nachweis gelingt weiterhin nur durch menschliche Sachverständige. Auch an der BUW wird im Projekt Defacto an den Komponenten zur Deepfakeerkennung geforscht.
🎓 Wissenschaft, Studium & Lehre
- Meilenstein in der KI-Mathematik: OpenAI widerlegt Erdős-Vermutung
Ein internes KI-Modell von OpenAI hat autonom eine jahrzehntealte Vermutung der Geometrie widerlegt und kreative Ansätze der Zahlentheorie verknüpft. Google DeepMind zog nach und hat mit minimalen Rechenkosten neun offene Erdős-Probleme gelöst, indem es Sprachmodelle mit formaler Verifizierung kombinierte. - Arxiv verschärft Strafen für KI-Pfusch in wissenschaftlichen Publikationen
Die Plattform greift radikal durch: Wer wissenschaftliche Arbeiten auf der Preprint-Plattform einreicht, die unzulässigen „KI-Slop“ enthalten, wird direkt beim ersten Verstoß komplett gesperrt. - Gefahr für die Wissenschaft: Tausende erfundene KI-Quellen in biomedizinischen Fachartikeln
Eine Untersuchung von 2,5 Millionen biomedizinischen Publikationen zeigt, dass erfundene Literaturangaben in den peer-reviewed Artikeln inzwischen systematisch auftreten. Seit 2023 hat sich die Rate mehr als verzwölffacht. - Studie: Wie KI-Nutzung die Problemlösefähigkeit verschlechtert
Wer Aufgaben zu oft an Chatbots auslagert, verliert nachweislich an eigener Denkkraft. Laut den Forschern der Studie werfe das die dringliche Frage auf, welche Auswirkungen die tägliche Nutzung von KI auf die mentalen Fähigkeiten ihrer Anwender hat. - Fields-Medaillist: ChatGPT 5.5 Pro liefert Forschungsergebnis auf Promotionsniveau in unter zwei Stunden
Das neue Modell löste eine mathematische Elite-Fragestellung im Rekordtempo, für die Forscher sonst Monate benötigen. - Stanford-Absolvent über vier Jahre mit ChatGPT: „Nur ein bisschen Betrug“
Der Stanford-Student Theo Baker berichtet, dass ChatGPT das Betrügen im Studium massiv erleichtert und dadurch eine Kultur des Schwindelns etabliert hat. Weil Plagiate und Täuschungsversuche stark zunahmen, reagierte die Eliteuniversität im Frühjahr 2026 radikal: Nach mehr als 100 Jahren kehrte Stanford zu überwachten, handschriftlichen Klausuren vor Ort zurück.
- Mathe-Benchmark zeigt: KI-Modelle liefern selbstbewusst Antworten auf unlösbare Aufgaben
Ein neuer Benchmark zeigt eine kritische Schwachstelle: KIs erkennen unlösbare Probleme nicht und halluzinieren falsche Antworten. - Digitaler Zwilling statt Wundermolekül: KI in der Pharmaproduktion
In der Industrie sorgt KI aktuell bei der Optimierung realer Produktionsanlagen für messbare Erfolge. Laut dem Digital-Chef von Eli Lilly ergeben sich bisher aber kaum Vorteile bei der eigentlichen Wirkstoffsuche mittels KI. - Wie 2021 bei LLMs: Google-Forscher über die Zukunft der Weltmodelle
Google-Forscher im Gespräch über Echtzeit-Simulationen, Street-View-Integration und die Zukunft der Robotik durch Weltmodelle.
🛠️ Praxis & Tools
- Stable Audio 3.0 erscheint mit offenen Gewichten und voll lizenzierten Trainingsdaten
Stability AI veröffentlicht Stable Audio 3.0 für KI-generierte Musik bis zu sechs Minuten. Der Clou: Das Training basiert rein auf lizenzierten Daten. Damit bietet das Unternehmen Firmen Rechtssicherheit und grenzt sich von rechtlich umstrittenen Konkurrenten ab. Drei Modelle sind als Open-Open-Weights-Modelle zugänglich und können lokal betrieben werden. - Deepseek macht v4-Dumpingpreise permanent und setzt OpenAI und Anthropic unter Druck
Deepseek macht den 75-Prozent-Rabatt auf sein Spitzenmodell V4-Pro dauerhaft und senkt die Preise auf 0,435 Dollar (Input) bzw. 0,87 Dollar (Output) pro Million Tokens. Damit unterbietet das Unternehmen westliche Konkurrenten wie GPT-5.5 massiv und verschärft den globalen KI-Preiskampf. - OpenAI veröffentlicht ChatGPT-Plugin, das direkt in PowerPoint arbeitet
OpenAI hat ein ChatGPT-Plugin für PowerPoint als weltweite Beta veröffentlicht, das Präsentationen direkt aus Inhalten wie Dokumenten oder Bildern erstellt. Das Add-in ist für alle Tarife verfügbar und integriert Apps wie Gmail, Outlook und SharePoint, wobei laut OpenAI noch Formatierungsrisiken bestehen können.
Auf der Google I/O 2026 hat Google das neue KI-Modell Gemini Omni vorgestellt. Das Tool verfremdet Videos und nutzt Geminis Allgemeinwissen über Physik für realistischeres Storytelling. Nutzer können Text, Bilder, Videos sowie Audio kombinieren und die Clips einfach per Sprachbefehl bearbeiten.
🌠 Die drei meistgeklickten Artikel des letzten Monats
- Neues Open-Source-Tool für voll editierbare KI-Präsentationen
- Deutscher Lehrbuchverlag veröffentlicht KI-generierte Schulbücher
- PaperOrchestra schreibt fertige Forschungsarbeiten aus Rohdaten
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