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📰 Die wichtigsten KI-News
- Endgültiges Prüfungs-Aus wegen KI-Täuschung
Das Verwaltungsgericht Kassel hat bestätigt, dass die unerlaubte Nutzung von KI in Prüfungsarbeiten zum dauerhaften Ausschluss vom Studium führen kann. Zwei Studierende, die KI-Textgeneratoren in einer Bachelorarbeit und einer Hausarbeit eingesetzt hatten, wurden nicht nur mit „nicht bestanden” bewertet, sondern verloren auch jegliches Recht auf eine Wiederholungsprüfung. Das Gericht stufte das Vorgehen als „schwere Täuschung“ ein, da durch den KI-Einsatz eine objektiv falsche Eigenständigkeitserklärung abgegeben wurde. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, setzen aber ein deutliches Signal. - Erfundene Quellen in der Wissenschaft
Von KI halluzinierte, und somit falsche, Quellenangaben schleichen sich zunehmend in wissenschaftliche Publikationen ein. Da manuelle Prüfungen bei langen Referenzlisten kaum machbar sind haben Forschende der University of Notre Dame und der Lehigh University das Tool „CiteAudit“ entwickelt. Das System nutzt fünf spezialisierte KI-Agenten, die Zitate automatisch extrahieren und per Websuche sowie Datenbankabgleich mit einer Trefferquote von über 97 Prozent zuverlässig auf ihre Echtheit überprüfen. Die Web-App ist aktuell für bis zu 500 Prüfungen am Tag kostenlos nutzbar. - KI enttarnt anonyme Internetnutzer für wenige Dollar
Eine neue Untersuchung der ETH Zürich und von Anthropic zeigt, dass handelsübliche KI-Modelle pseudonyme Online-Profile mit hoher Präzision echten Personen zuordnen können. Statt auf strukturierte Daten angewiesen zu sein, analysieren die Sprachmodelle einfache Forenbeiträge auf berufliche Details, Wohnorte oder Hobbys und gleichen diese mit Datenbanken ab. In Experimenten konnten so rund zwei Drittel von über 300 analysierten Profilen korrekt identifiziert werden. Dies ist eine Entwicklung, die bisherige Annahmen über Online-Anonymität grundlegend infrage stellt. - 95 Prozent der britischen Studierenden nutzen KI
Generative KI ist an britischen Hochschulen zur Selbstverständlichkeit geworden. Laut einer aktuellen HEPI-Umfrage nutzen inzwischen 95 Prozent der Studierenden entsprechende Tools für ihr Studium. Die Erfahrungen damit sind jedoch gespalten. Während knapp die Hälfte der Befragten KI als echte Bereicherung für das Lernen ansieht, befürchten andere den Verlust eigener Denkfähigkeiten. Eine medizinische Fallstudie zeigte sogar, dass Studierende, die sich bei Übungen ausschließlich auf KI verließen, die schlechtesten Ergebnisse erzielten, dabei aber am selbstsichersten auftraten. Gleichzeitig hinken die Universitäten hinterher: Weniger als die Hälfte der Studierenden fühlt sich von ihren Hochschulen beim sinnvollen Umgang mit KI ausreichend unterstützt. - Neues End-to-End-Modell für Dokumentenanalyse
Mit Qianfan-OCR hat Baidu ein neues, kompaktes Open-Source-Modell veröffentlicht, das klassische, mehrstufige OCR-Pipelines überflüssig machen soll. Das Modell wandelt komplexe Dokumente inklusive Tabellen, mathematischer Formeln, Handschrift und Diagramme direkt von Bildern in sauberes Markdown um. Spannend ist dabei die „Layout-as-Thought“-Funktion: Bei komplizierten Seitenformaten analysiert und strukturiert die KI zunächst das Layout in einem vorgeschalteten Denkprozess, bevor sie den Text extrahiert. Qianfan-OCR unterstützt 192 Sprachen und erzielt in diversen Benchmarks zur Informationsextraktion neue Spitzenwerte. Ein Demonstrator ist kostenfrei über Huggingface verfügbar. - Neuer Benchmark entlarvt die Leichtgläubigkeit moderner KI
Große Sprachmodelle können programmieren und Daten analysieren. Aber erkennen sie auch völligen Unsinn? Der neue „BullshitBench„-Test des Entwicklers Peter Gostev prüft anhand von 100 bewusst konstruierten Nonsens-Fragen, ob eine KI falsche Prämissen zurückweist oder einfach selbstbewusst mitspielt. Die ernüchternden Ergebnisse zeigen, dass viele Modelle absurde Annahmen meist unwidersprochen akzeptieren. Besonders brisant ist, dass das Hinzufügen der Option „Reasoning“, die den Modellen mehr Zeit zum Nachdenken gibt, oft nur dazu führt, dass die KI den Unsinn noch detaillierter und plausibler ausschmückt, anstatt ihn als solchen zu entlarven.
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